Alles was Du über Histaminintoleranz wissen musst

Zwischen ein und zwei Prozent der österreichischen Bevölkerung sind von einer Histaminintoleranz betroffen. Doch was ist Histamin genau und wo steckt es denn eigentlich so drinnen?

Bei Histamin handelt es sich um ein biogenes Amin. Es kommt sowohl im Menschen als auch in Tieren vor und erfüllt in unserem Körper teils sehr wichtige Aufgaben. So ist Histamin u.a. an der Appetitkontrolle beteiligt und stimuliert die Sekretion vom Magensaft. Außerdem spielt es beim natürlichen Biorhythmus eine wichtige Rolle.

Allerdings ist Histamin eine sehr “mächtige“ Substanz und kann unseren Körper quasi schon mal schnell “überrollen“ bzw. überfordern. Demzufolge sind zu hohe Mengen an Histamin im Körper schädlich und stellen eine Belastung für die Gesundheit und das Wohlbefinden dar. Da Histamin jedoch in den meisten Lebensmitteln enthalten ist, wird es dem Körper auch ständig mit der Nahrung zugeführt, sodass sich dieser gezielt vor einem Histaminüberschuss schützen muss – An dieser Stelle kommt das Enzym Diaminoxidase ins Spiel. Das Enzym wird für gewöhnlich in der Schleimhaut des Darms produziert und ist für den Abbau von Histamin im Körper zuständig.

Bei einer Histaminintoleranz handelt es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei welcher vom Körper entweder zu wenig an Diaminoxidase produziert wird oder dieses in einer inaktiven Form vorliegt, sodass der Abbau vom Histamin nicht wie bei “gesunden” Menschen funktioniert. In weiterer Folge können Betroffene das Histamin nicht richtig verwerten – Je nach Schweregrad der Histaminintoleranz können dann bereits leicht histaminhaltige Nahrungsmittel bestimmte Symptome und Beschwerden verursachen.

Die Beschwerden bei Histaminintoleranz sind sehr vielfältig und variieren von Person zu Person. So kommt es beim Verzehr von histaminreichen Nahrungsmitteln mitunter zu Kopfschmerzen, Migräneanfällen, Schwindel, Hautausschlägen, Schnupfen, niedrigem Blutdruck, Bauchschmerzen, Magenkrämpfen, allgemeiner Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Sodbrennen, Durchfall und Erbrechen.

Erdbeere

Da leider viele Nahrungsmittel Histamin enthalten oder dieses im Körper freisetzen, müssen Betroffene im schlimmsten Fall auch auf so manches verzichten. Folgende Nahrungsmittel und Produkte gelten als besonders histaminreich:

    • Erdbeeren
    • Tomaten und Produkte, die aus Tomaten hergestellt werden (Tomatensaft, Ketchup u.a.)
    • Zitrusfrüchte (Orangen, Mandarinen, Zitronen, Limonen uvm.)
    • Sauerkraut
    • Spinat
    • Essig
    • künstlich verarbeitete Fleischprodukte
    • künstlich verarbeitete Fischprodukte
    • Wurstprodukte
    • lang reifender Käse (Emmentaler, Parmesan, alter Gouda, Brie, Edamer, Schimmelkäse uvm.)
    • Schokolade
    • Alkohol (Rotwein!, Sekt u.a.)
    • Walnüsse
    • Schokolade und Kakao

und andere.

Zugegeben – Wer aufgrund einer Histaminintoleranz auf Schokolade und Erdbeeren verzichten muss darf ruhig mal grumpy sein;)!

Betroffene sollten sich in jedem Fall stets bei einem Arzt genau über verbotene Nahrungsmittel informieren und sich von diesem oder einem Diätologen bei der Zusammenstellung eines geeigneten Ernährungsplans helfen lassen, denn mit einer Histaminintoleranz ist nicht zu spaßen!

Wer also nach dem Essen und besonders nach dem Verzehr von einem oder mehreren histaminhaltigen Produkt(en) des Öfteren auffällige Symptome wahrnimmt, sollte daran denken einen Arzt oder ein Allergieinstitut aufzusuchen. Ein einfacher Bluttest kann schnell darüber Aufschluss geben, ob eine Histaminintoleranz vorliegt oder nicht.

Leider besteht die Histaminintoleranz in den meisten Fällen ein Leben lang. Wer einem adäquaten Ernährungsplan folgt kann seine Symptome jedoch im Regelfall weitgehend in Schach halten und dabei trotzdem genussvoll essen und leben.

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-Julia

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